Das Boot

24Jan2016

Um diesen Eintrag gebührend zu zelebrieren möchte ich ganz gerne mit einem epischen Photo einsteigen:

Mitten im Fluss? Läuft!

- Mitten im Fluss? Läuft! - 

 

Ja, ich hab mal wieder einen Ausflug gemacht, diesmal aber nur über das Wochenende und nicht weit weg. Für einen so "simplen" Trip war das aber doch ein ziemliches Abenteuer und deswegen mehr als erwähnenswert.

 

Tatsächlich war das ganze gleichzeitig ein Paradebeispiel für gabunesische Organisation. Donnerstag Mittag wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust auf eine Bootstour inklusive Campen auf Sandbänken hätte. Wer mich kenn, wird wissen, dass das genau mein Ding ist und ich deswegen nicht lange überlegen musste. Die Abfahrt war für Freitag geplant, irgendwann mittags.

Freitag Morgen frage ich also ganz spontan in meinem Labor den Nachmittag frei, damit da auch ja kein Problem entsteht und gehe zu Mittag noch mal kurz in die Stadt einkaufen. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich bereits, dass die Abfahrt um 14:00 geplant ist aber sich weder wir (zu der Zeit noch gemütlich am Mittag essen) noch unser Bootsmensch daran halten werden. Gegen 15:30 dann also der Anruf, dass der Motor des Bootes kaputt sei und es deswegen entweder sehr spät am Abend oder erst sehr früh am nächsten Morgen los gehen wird. 

 

Das Genießer-Boot

- Pimp my Boat - oder: Die Sänfte - 

 

Um aber diesen Abend nicht zu verlieren, fahren wir kurzerhand mit einigen unserer Freunde auf die Sandbank direkt gegenüber des Schweitzer Geländes und machen uns dort einen schönen Abend. Nachdem alle bei einem schönen Lagerfeuer gegessen, gesessen und getrunken haben, schlägt meine Reisegesellschaft bestehend aus einem Mediziner, einem Medizinstudenten und mir unser Zelt auf. Überzelt - ja oder nein? Eine wichtige Frage, bei deren Abwägung man zwischen Regenwahrscheinlichkeit und Temperatur abwägen muss. In dieser Nacht entscheiden wir uns für das Überzelt - keine schlechte Entscheidung. Am nächsten Morgen werden wir nämlich kurz vor der geplanten Abfahrtszeit nicht durch unseren Wecker sondern durch heftigen Regen gegen unser Zelt geweckt. 

Sicher, dass unser Bootsmensch bei diesem Regen nicht um 6 Uhr auf unserer Insel stehen wird, lassen wir uns vom Sturm noch einmal in den Schlaf wiegen. Wiegen? Ja, tatsächlich war das Zelt nicht so stabil wie wir uns das vielleicht vorgestellt hatten und der Wind, der auf der Sandbank keinen anderen Widerstand als uns fand, tat sein bestes uns von eben dieser herunter zu blasen. 

Dank dem "todesmutigen" Einsatz meiner danach ziemlich nassen Begleiter blieb sowohl das Zelt als auch das Boot, wo es bleiben sollte und nach etwas Zeit war alles vorüber. Nach dem Sturm kommt nunmal bekanntlich das Frühstück und bald wurde uns eins klar: Auch Campingkocher kann man ohne Feuerzeug/Streichhölzer nicht anzünden. Ein schneller Anruf beim gabunesischen Freund und eine kurze Überquerung des Flusses später war dieses Problem aber auch gelöst und dem Frühstück nichts im Wege. Nun jedoch ein anderes Problem: Unser Bootsmensch reagiert nicht auf sein Handy. 

 

That's the way!

- That's the way - 

Natürlich war auch diese Situation bald gelöst und gegen 13:00 wurde unser Boot auf das Motorboot geladen. Ungefähr zwei Stunden stromaufwärts und einen Heimatbesuch unseres Bootsmenschen später werden wir auch wieder abgeladen und ausgesetzt - mitten im Regen. Glücklicherweise aber direkt am Ufer mit einem netten Häuschen und einem sehr skurilen alten Mann, der uns Geschichten über seine Erlebnisse mit Albert Schweitzer berichtet.  

Kurze Zeit später aber sind wir bereits auf dem Fluss und machen - sobald das Motorboot aus den Augen ist - erstmal gemütlich Pause. Guacamole und Tacco-Chips, das hatten wir uns nach dieser Strecke redlich verdient. Im selben Zug wurden letzte Optimierungen an unserem Sonnensegel für das Boot durchgeführt, welches uns auf unserem Weg heimwärts noch einige belustige Blicke einbringen würde. 

Die nächsten Stunden verbrachten wir mit gemütlichem Paddeln und einem Besuch im Heimatdorf des Bootsmensch, um uns ein neues, kleineres Boot zu bestellen. Wenn man schon mal einen 1 1/2 Sitzer mit Doppelpaddel für 30 000 CFA (ca. 50 Euro) bekommt, muss man da auch zugreifen. 

 

Vollkommen tiefenentspannt

- Vollkommen tiefenentspannt - 

 

Da hier jedoch - wie gewohnt - die Sonne um 18:30 untergeht und bereits eine halbe Stunde später stockdunkel ist, mussten wir fix eine geeignete Sandbank zum Zelten finden. Was wir natürlich schön vermasselt haben - auf diesem Flussabschnitt keine Sandbank weit und breit. Etwas frustriert stoßen wir nach viel Suchen jedoch auf die perfekte Sandbank: schön weit, Feuerholz, trockener Sand.

"BRRRRR" - Unsere Sandbank entuppte sich - als wir bereits am Entpacken des Bootes waren - als nicht ganz so unbewohnt wie wir gedacht hatten. Das Geräusch, das wir ziemlich nah an unserem Landungspunkt hören konnten, brauchte nicht viel Fantasie um uns zum richtigen Entschluss kommen zu lassen: Hippo. Fuck. Hippo. Schnell weg.

Etwas geschockt wurden ganz leise und ganz langsam alle unsere Sache wieder in unser Boot getragen und dieses behutsam über den flachen Sand vom Ursprung des Geräusches weg gezogen. Nach einem weiteren gescheiterten Landgang beschlossen wir also in einem Dorf unterschlupf zu suchen und werden direkt fündig.

Auf unsere Frage, ob es denn hier in der Region Hippos gäbe wird uns nur bestätigt, dass es hier viele gäbe und die natürlich Menschen umbringen, was fü eine Frage. Ganz glücklich über unseren Entschluss und unser Glück werden wir vom Dorfältesten in einem seiner vier Häuser einquartiert und beim Kochen beobachtet. Ein seltsamer Kautz war das auf jeden Fall, aber auch er wusste von Albert Schweitzer zu berichten. So langsam habe ich das Gefühl, dass jeder Gabunese in diesem Teil des Landes eine innige und langwierige Beziehung zum Alten Weißen hatte - oder das zumindest gerne erzählt.

Nach dieser Nacht werden wir schon früh durch Wehklagen geweckt - eine Frau ist mit nur 42 Jahren ohne Vorwarnung in der Nacht gestorben. Etwas von der Situation befremdet machen wir uns also ohne Frühstück auf und lassen die Dorfgemeinschaft ohne Touristen ihren Verlust betrauern. 

An der nächsten Sandbank - diesmal ohne Hippo - wird das verpasste Frühstück und ein kleines Schläfchen in der Morgensonne nachgeholt. Den weiteren Weg lassen wir uns, faul und träge wie es nur Studenten sein können, einfach von der Strömung tragen. Ein bisschen Thunfisch-Brötchen lassen wir als Angelköder durchgehen und versuchen eher passiv unser Anglerglück - nur um tatsächlich was zu fangen.

Der stolze Fang

- Der stolze Fang - 

 

Zugegeben, groß ist anders. Trotzdem haben wir uns gefreut als hätten wir den größten Fisch des Fusses gefangen und im Null-Komma-Nichts war der Fisch ausgenommen und weitere Köder mit seinen Innereien bereit. Um es vorwegzunehmen: Nein, wir haben nichts mehr gefangen.

Dafür haben wir von einem anderen Boot etwas Palmwein kaufen können und uns weiter gemütlich von Ukulelen Melodien begleitet treigen lassen. Da wir selbst auf diese Weise schneller als gewünscht wieder in Lambarene angespült worden wären, beschlossen wir uns noch ein paar Stunden im See nicht weit vom Schweitzer zu verbringen und auf dem Weg noch etwas Bambus für unser Haus zu fällen. 

Im See selbst wurden erstmal erneut die Köder ausgeworfen (angeblich kann man hier sehr gut fischen, ich glaub nicht daran) und das Feuer für den bereits geangelten Fisch vorbereitet. Zwiebeln, Knoblauch, Brot und selbst gepflückte Limetten machten das Abendessen perfekt.

Schließlich brachen wir dann auf, um den Ausflug noch kurz vor Sonnenuntergang beenden zu können und verließen alle auf den letzten Metern gemeinsam das Boot. Das heißt so viel wie dass wir unser Boot der Strömung überließen und uns selbst auch etwas treiben ließen, nicht zuletzt um dem kalten Wind zu entgehen und noch etwas vom badewannenwarmen Wasser zu genießen. 

 

Das letzte Paradies Afrikas - Loango

12Jan2016

 

Endlich komme ich dazu, euch einmal von unserem kleinen Abenteuer in Loango zu berichten. Kurz vorab: Loango ist wohl der bekannteste aber am schlechtesten erreichbare Nationalpark Gabuns. Von irgendwoher hat er einmal den Spitznamen „Afrika’s last Eden“ (Afrikas letztes Paradies) erhalten, ein Name der sich bis heute hält und den Ort meiner Meinung nach sehr gut zusammenfasst.

Das Paradies

 

Gehen wir doch kurz einmal gemeinsam die Punkte durch, die das Paradies zum Paradies machen:

  • Nur aktiv Suchende werden jemals von seiner Existenz erfahren
  • Selbst wenn man von seiner Existenz weiß, ist es schwierig Zugang zu finden
  • Wer einmal da war, will nie wieder wo anders hingehen
  • Wenn man danach davon erzählt, denken alle du übertreibst

 Das Paradies

Auf die Gefahr hin, dass jeder hier glaubt ich würde übertreiben, schreibe ich also diesen Eintrag. Wie angedeutet, wollte ich schon seit einiger Zeit nach Loango fahren – um ganz genau zu sein seitdem ich in einem Teil der Dokumentation BBC Africa  vonden surfenden Hippos erfahren hatte. Reisegefährten waren schnell gefunden, nur das „wie“ ließ die Planung etwas einfrieren. Unglaublich aber wahr: dieser Ort wird durch eine Mauer des Unwissens geschützt. Niemand – weder hie vor Ort noch im Internet – ist sich sicher, wie man am besten dorthin kommt (Boot? Flugzeug? Auto?) oder unterkommt (ohne 300 Euro pro Nacht zu zahlen). Die einzigen Informationen, die im Internet zu bekommen sind, drehen sich um die Loango Lodge – ein hübsches aber unbezahlbares Hotel.

 

Warten auf das Boot

- Warten auf das Boot - 

 

Rein nach dem Motto „No Risk – No Fun“ machen wir uns trotzdem auf die Suche nach dem Paradies – irgendwie muss man das ja erreichen können. Wir entscheiden uns dabei für den Weg über Wasser, da uns dieser auf der Karte als kürzeste Route erscheint. Statt einer Abfahrt um 11 Uhr werden wir - mal wieder von der inzwischen schon gewohnten gabunesischen Unpünktlichkeit nicht mehr überrascht – um 14:00 Uhr am Bootssteg abgeholt und mit bereits feuchten Schwimmwesten ausgestattet. Unpraktischerweise schien uns das Boot jedoch nicht nach Loango bringen zu wollen: schon nach kurzer Fahrt starb der Motor immer wieder ab und der Fußraum füllte sich aus unerklärlichen Gründen mit Wasser. Nach ca. einer Stunde dieses Zustandes ließ uns der Bootsmensch am Ufer aussteigen, um den Motor zu überprüfen und das Wasser auszuschöpfen. Wenig später waren wir wieder auf dem Wasser – zurück Richtung Lambaréné.

 

Unfreiwilliger Zwischenstopp

- Zurück ins Boot - 

 

Stromaufwärts fahren war aber wirklich keine schöne Aufgabe für den leicht defekten Motor, weswegen wir schon nach 20 min wieder einmal die Richtung wechselten (einziger Kommentar des Bootsmenschen: „Das dauert zu lange“). So machen wir uns also mit einem defekten Motor auf eine 7-8 stündige Tour flussabwärts, Loango entgegen. Einige Flaschen Wein lassen uns das Stottern des Motors leichter überhören und eine angenehme „wir fahren in den Urlaub“-Stimmung macht sich breit. Trotzdem ist unsere Erleichterung leicht zu verstehen, als wir bereits lange nach Einbruch der Nacht in Omboué ohne weitere große Zwischenfälle ankommen und sogar schon von unserem Hotelpersonal empfangen werden. Schnell werden die Zimmer verteilt und schon sind wir auf dem Weg zu unserem wohlverdienten Ende-des-Tages-Bieres.

 Dem Sonnenuntergang entgegen

- Dem Sonnenuntergang entgegen - 

 

Auf dem Rückweg zu unserem Hotel werden wir von einer kleinen Gruppe Männer abgefangen, die sich als der Dorfvorsteher und seine zwei Freunde vorstellen. Wir hätten Glück, dass wir nicht erschossen worden sind, meinen sie nur zu uns – denn immerhin haben wir versäumt uns beim Dorfvorsteher vorzustellen und unsere Absichten bekannt zu geben, ein schweres Vergehen. Natürlich versprechen wir am nächsten Morgen im Bürgermeisteramt (das einzige Haus mit einer Flagge) vorbei zu kommen und das nachzuholen.

Eine interessante Information am Rande: Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir keine Ahnung, wie wir nach Loango kommen oder wieviel uns der Spaß am Ende kosten wird. Aber wir haben Zuversicht, immerhin sind wir schon einmal so weit gekommen.

Am nächsten Morgen dann eröffnet uns unser einziger gabunesischer Begleiter, dass er unseren gesamten Trip organisiert hätte – nachdem er um 5 Uhr aufgestanden ist und sich mit den Nationalpark Angestellten angefreundet hat. Allein diese Aussage ließ den Tag bereits gut starten, doch als wir auch noch den Preis (sagenhaft niedrig!) hören, überkommt mich das Gefühl noch immer zu träumen.

 

Das Frühstück

- Das Frühstück - 

 

Recht euphorisch begehen wir also ein richtig gutes Frühstück inklusive Erdnussbutter, Orangensaft und echtem Kaffee auf der Terrasse des kleinen Restaurant-Häuschens direkt am Ufer. 5 000 CFA zahlen wir dafür und bekommen auf Nachfrage sogar noch einmal neuen Saft und Kaffee- was für ein Service! Kurz besuchen wir den Ortsvorsteher – bzw. wir suchen ihn relativ lange um ihn später für 5 min zu erklären, warum wir denn hier sind.

 

Der Besuch beim Bürgermeister

- Das obligatorische Bild mit dem Ortsvorsteher - 

 

Den Pflichtbesuch erledigt und Einkäufe getätigt warten wir mal wieder auf die Gabunesen, diesmal unser 4x4 Auto, welches uns zum Nationalpark bringen soll. Und wirklich, wenig später sitzen wir im Wagen. Komfortabel ist es zwar nicht, hinten sitzen wir ganz schön gedrängt und werden bei jedem Schlagloch fast gegen die Decke geschleudert, haben jedoch eine Menge Spaß. Das kommt vor allem von der unheimlich schlechten Straße, welche mit Schlamm gefüllte „Schlaglöcher“ besitzt in denen ganze Kleinwagen verschwinden könnten. Unserem Allrad-Wagen setzt nur das Wasser etwas zu, das einmal während der Fahrt aus dem Motorraum entfernt werden muss und uns somit eine kleine Pause vom Geruckel verschafft. Kaum passieren wir die offizielle Grenze des Parks geschieht das unglaubliche: Ich sehe tatsächlich meinen ersten Elefanten in freier Wildbahn! Zugegeben, es war ziemlich weit weg, gesehen hab ich nur die Rückansicht und keiner der anderen glaubt mir, aber das ist mir egal.

 

Unser Allrad-

- Unser Allrad-"Taxi" - 

Im Auto

 

Schon wenig später kommen wir an unserer ersten Campingstelle an. Dank der neuen Freundschaft vom selben Morgen dürfen wir nämlich diese Nacht – umsonst – bei der Ranger-Station campen, die Küche und das Badezimmer benutzen. Natürlich darf man sich hier nicht zu viel vorstellen: die Küche ist ein kleiner Raum ohne Licht und mit dreckigem Geschirr, das Badezimmer hat zwar eine Toilette, Spülung oder gar Wasser zum Duschen gibt es jedoch nicht.

 

Die Ranger-Station

- Bei den Rangern angekommen - 

 

Kurz nachdem unsere Zelte also auf dem abschüssigen Gelände bestmöglich errichtet worden sind, machen wir uns auf den Weg zu unserer ersten Bootsafari. Trotz den ernüchternden Worten unseres Guides („Bitte seid nicht traurig, wenn wir jetzt keine Tiere sehen, morgen gehen wir tief in den Wald wo wir sicher irgendwas sehen werden. Ist halt einfach nicht die richtige Jahreszeit für Safaris..“) werden wir schon nach wenigen Minuten von einer Elefantenmutter mit Kalb im Park willkommen geheißen. Auf die Aufforderung unseres Guides hin machen wir etwas, was ich mir niemals selbst hätte einfallen lassen: Wir steigen aus dem sicheren Boot aus und verfolgen die gemütlich wegtrottenden Elefanten.

 

Auf den Spuren der Elefanten

- Auf den Spuren der Elefanten - 

Hippos!

- Hippos -

Wieder mal eine kleine Information am Rande: Dass besagter Guide seit über 10 Jahren sehr eng mit Elefanten, Gorillas und Co arbeitet war uns zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst.

Wieder zurück im Boot erkunden wir noch kurz den Rest der Lagune, sehen Hippos, eine weitere Elefantenfamilie (diesmal mit 2 ausgewachsenen Elefanten, einem mittelgroßen und ein winziges Baby), das Meer (nein, keine surfenden Hippos für uns) und kehren kurz vor Sonnenuntergang zu unserem Campingplatz zurück. Nach einem gemütlichen Abendessen legen wir uns auf den Bootssteg, beobachten die Sterne (inklusive Sternschnuppen) und singen Disney-Lieder, um dann früh schlafen zu gehen.

          Krabbelgetier   - Ein etwas kleinerer Waldbewohner - 

 

Am nächsten Tag geht’s schon sehr früh wieder los. Um 6 Uhr krieche ich aus meinem Zelt und habe tatsächlich das Glück, die erste im Bad zu sein. Durch diesen kleinen Vorsprung kann ich eine kurze, improvisierte „Dusche“ mit dem Wasser im Eimer neben der Toilette nehmen. Die Nacht hatten wir zu dritt in einem Zelt verbracht, natürlich ohne Isomatten, Luftmatratzen oder Schlafsäcken. Gegen die tatsächlich in der Nacht aufkommende Kälte hatte ich mir einen Deckenbezug mitgenommen; gegen den harten Untergrund kann man eben nichts machen sondern sich einfach seiner jungen Knochen erfreuen, die eine solche Nacht nach einigen Dehnbewegungen schon fast wieder vergessen haben. Nach meiner kurzen Waschaktion bleibe ich wie gebannt vor dem Haus der Ranger stehen: Im Baum direkt neben dem Haus sehe ich eine Gruppe Affen herumtollen und von lautem Geschrei begleitet einander von den Ästen schubsen.

Bald jedoch waren auch die anderen auf den Beinen und die Zelte abgebaut. Immerhin hatten wir uns mit den Guides um 7 Uhr verabredet, damit wir zeitig tief im Park eintreffen und noch etwas vom Tag genießen können. Untypisch aber wahr, um kurz nach 7 Uhr sitzen alle mit Schwimmweste ausgestattet im Boot und wir fahren dem Sonnenaufgang entgegen. Eine Fahrt von ca. 3 Stunden wurde uns versprochen, immer tiefer hinein in den unberührten Teil des Parks. In den Garten Eden Gabuns.

 

Auf nach Akaka

- Auf nach Akaka - 

 

Nach ungefähr der Hälfte der Strecke machen wir jedoch erst einmal Halt bei einer Ansammlung von Hütten und Überdachten Zelten, welche auf eine größere Anzahl nicht sesshafter Menschen schließen lässt. Als Überraschung bringen uns die Guides tatsächlich zu einem Camp des Max Planck Instituts, welches hier die lokalen Gorillas erforscht. Während einem Kaffee erzählt uns einer der im Camp Verbliebenen ein wenig über die hier ansässigen Gorilla-Familien und warum einer der Silberrücken momentan überhaupt nicht gut gelaunt ist und eher vermieden werden sollte (ein anderes dominantes Männchen hat ihm nämlich zwei seiner Weibchen geklaut, das findet er verständlicher Weise gar nicht gut). Nach einem Besuch im provisorischen Büro/Labor/Aufzeichnungsraum und einer genauen Betrachtung der Grafiken an den Wänden, welche jeweils einen Gorilla charakterisieren inklusive äußere Merkmale und Charaktereigenschaften, geht es auch schon weiter in Richtung Akaka.

 

Die Forschungsstation

- Die Forschungsstation - 

 

Schon bald biegen wir in einen kleinen Kanal mit dichtem Bewuchs ab und verlangsamen unsere Fahrt. Keine 10 min später sehen wir auch schon eines der wohl gefährdetsten Tiere hier in Gabun auf einem Baumstamm faulenzen; das Panzerkrokodil-Baby lässt sich hierbei von rein gar nichts stören und bietet uns somit die perfekte Gelegenheit für ein paar großartige Bilder. Auf dem weiteren Weg sehen wir allerlei Vögel von jeder Farbe und Größe. Immer wieder stoppt das Boot, um uns ein besonderes Exemplar beobachten zu lassen. Auch einige Affen sehen wir auf dem Weg, die sind jedoch meist nur schwer auszumachen und ausnahmslos weit entfernt.

Die Zufahrt des Paradies

- Die Zufahrt zum Paradies - 

Panzerkrokodil Baby

- Krokodil Baby - 

Vogel

- Vögel - 

Vogel

 

Viel zu bald jedoch erreichen wir schon unser nächstes Ziel: Akaka. Unter der Saison werden die vorhandenen Bungalows schön hergerichtet und für viel Geld an reiche Touristen vermietet, wir jedoch dürfen hier wieder umsonst unterkommen. Ein lautes Schnauben lässt uns wissen, dass wir nicht die einzigen Lebewesen im Camp sind, sondern dass im Fluss einige Hippos gemütlich und von uns sichtlich unbeeindruckt vor sich hin planschen. Nach einer intensiven Prüfung der Matratzen und Ecken der Zimmer werden zwei Bungalows für bewohnbar erklärt, zwei weitere als „pas okay“.  So teilen wir uns mal wieder auf, wobei meine Dreiergruppe den Gemeinschaftsraum als Schlafplatz erwählt. Kurzerhand wird das Innenzelt auf dem Holzboden errichtet und zwei der „pas okay“-Matratzen als Polsterung benutzt. Direkt neben uns schlagen die Guides eines ihrer Zelte auf, was uns in einem ‚Raum‘ ohne richtige Abgrenzung nach außen definitiv beruhigt.

Das Paradies

- Die Umgebung - 

Als wir jedoch kurz vor 15 Uhr unruhig werden und endlich auf unsere versprochene Safari aufbrechen wollen, ist unser Guide noch nicht wirklich bereit. Es seien ja noch immer 15 min bis zur verabredeten Abfahrt, erklärt er uns. Da wir aber wirklich nicht weiter herumsitzen wollen, greift der Guide zu einer geschickten Ablenkung: „Wollt ihr einen Elefanten sehen?“ Natürlich wollten wir und so machten wir uns auf den wirklich beachtlichen Fußmarsch von 5 min. Und da war er. Direkt neben unserem Camp lebt nämlich ein Elefantenbulle, welcher sich wohl nicht an den Menschen zu stören scheint und auch unter unserer Beobachtung einfach gemütlich weiter an seinen Ästen knabbert. Zu sagen, dass wir wirklich ein wenig arg nah dran waren an einem doch sehr gefährlichen Tier, das uns ohne weitere Mühe platt machen könnte, ist hier wohl nicht wirklich notwendig.

Elefant

- Einer der Elefanten, ohne Bäume besser zu sehen - 

 

Noch ganz gefangen in der Situation machen wir uns auf den Rückweg und auf ins Boot – es ist immerhin 15 Uhr und wir wollten doch genau um diese Zeit losfahren. Es folgt eine Fahrt, während der jedes Bild meisterhaft wird und jedes neue Element in der Landschaft dem Park eine neue Schönheit verleiht. Wie zu Anfang erwähnt, mag das dem einen oder anderen jetzt übertrieben vorkommen, doch es ist wahr. Zum Beweis gibt es in diesem Eintrag mehr Bilder als gewöhnlich, ich konnte mich einfach zwischen den tausenden Bildern nicht richtig entscheiden.

 

Elefanten-Gruppen-Bild

- Elefanten Gruppen Bild - 

Während der Safari sehen wir wirklich alles, was man sich wünschen kann und mehr. Elefanten sehen wir so viele, dass ich mich nicht mehr richtig an jeden erinnern kann; insgesamt müssen es wohl an die 15-20 gewesen sein. An einen jedoch kann ich mich wahrhaftig erinnern: Gerade als wir das Boot anlegen um mal wieder ein wenig näher an den Elefanten heran zu kommen, macht dieser zwei entschlossene Schritte nach vorn und lässt seine Ohren flattern – ein beeindruckender Anblick. So beeindruckend, dass ich vor lauter Schreck mehr zurück ins Boot stolpere als steige und so in meinem Guide einen heftigen Lachanfall auslöse. Immerhin hätte der Bulle ja nur geblufft und in dieser Situation niemals richtig angegriffen, sagt der Guide. Na der muss es ja wissen, ich bleibe für die nächste halbe Stunde im sicheren Boot.

 

Im Wald

- Blödsinn im Wald - 

 

Die gewohnte Notiz am Rande: Später erzählt uns der Guide, dass das wirklich kein normaler Ausflug war. Unter normalen Umständen bleiben alle ganz gesittet im Boot, man schaut sich die Tiere an, macht Bilder und fährt dann weiter. Uns wollte er aber was ganz Besonderes bieten, denn immerhin sind er und unser gabunesischer Begleiter ja praktisch Brüder.

Zurück im Camp galt es nun, sich um das leibliche Wohl zu kümmern: Abendessen wollte in einer Feldküche gekocht werden. Nachdem der Guide auch diese als „okay“ einstufte, konnten sich einige meiner emsigen Mitreisenden um die Kochtöpfe schlagen – das ist einfach nicht mein Ding. Stattdessen half ich anderen mit einem Eimer Wasser bei der Dusche auf dem Bootsanlegesteg und wurde im Gegenzug selbst gewässert. Eine Runde schwimmen im Fluss war strengstens  untersagt, denn immerhin war das ein Nationalpark und ganz nebenbei gab es laut unserem Guide neben den bereits gesichteten Elefanten, Hippos und Krokodilen auch noch einige andere unangenehme Überraschungen im Wasser.

Duuuuuuschen

- Duuuuuschen - 

 

Zum Abschluss des Tages hatten wir ein kleines Lagerfeuer entzündet und tranken gemeinsam unseren letzten Wein. Viel gesprochen wurde jedoch nicht. Zumindest mich beschäftigten noch immer die Bilder des Tages und all die wunderbaren Eindrücke forderten ihren Tribut. Dementsprechend bald gingen wir auch alle ins Bett/in die Zelte.

Der nächste Morgen startete – wie kann es anders sein – mal wieder sehr früh. Und mit schlechte Aussichten für den Tag. Dieser Tag war gedacht als Reisetag, an dem wir die komplette Strecke von Akaka nach Lambarene zurücklegen wollten. Und natürlich regnete es. In Strömen.

Da alles Jammern nichts hilft und wir auch fast alle keinerlei Regenbekleidung mit uns haben, stellen wir uns auf eine lange, nasse Bootsfahrt ein. Zusammengekauert und schon von Beginn an völlig durchnässt bleibt doch die Stimmung gut und schon nach der Hälfte des Weges lässt der Regen nach um schließlich komplett aufzuhören. Im Fahrtwind trocknen wir uns so gut es geht und legen im Haus der Ranger endlich trockene Kleidung an.

Die Crew trotz Regen gut drauf

 -Trotz Regen gut drauf! - 

Zu diesem Zeitpunkt wartet auch schon unser Allrad-„Taxi“ auf uns und wir machen uns auf den Weg zurück zu unserem Boot, das uns nach Lambarene bringen würde. Die Rückfahrt ist leider etwas schwieriger als die Hinfahrt und die Stopps für den Motor werden immer häufiger und länger. Glücklicherweise erreichen wir Omboué jedoch noch relativ frühzeitig und können eben noch ein fixes spontanes Mittagessen im Hotel Olako arrangieren, bevor wir wieder mit Rettungswesten auf ein Boot verfrachtet werden.

Die Crew

- Gruppenbild - 

 

Falls sich jemand fragen sollte: Ja, es ist noch dasselbe Boot wie bei der Hinfahrt. Dementsprechend langsam kommen wir bei großen Strömungen voran und müssen auch hier Pausen zum Reparieren irgendwelcher Teile einlegen. Ein Wechsel von kurzen aufregenden/beunruhigenden Momenten und langweiligen Phasen begleiten und auf dem langen Weg zurück nach Lambaréné. Kurz gesagt: Wir kommen weit nach Einbruch der Nacht völlig fertig in Lambarene an und jeder fällt glücklich und zufrieden in sein Bett, um zu einem späteren Zeitpunkt weniger glücklichen Menschen vom Paradies erzählen zu können.

 

 

 

 

Preise für 9 Personen, Camping bei der Ranger-Station und in Akaka; Selbstversorung

Was?

Gesamt (CFA)

Pro Person (CFA)

Pro Person (Euro)

Boot Lambarènè – Omboué (und zurück)

600 000

66 666

101,78

1 Nacht im Hotel Olako (4 Bett Zimmer)

45 000

11 250

17,18

4x4 Auto Omboué – Loango

80 000

8 888

13,57

Ranger und Guide (3 Tage, 2 Nächte)

80 000

8 888

13,57

Boot (2x Safari plus Transport nach Akaka)

260 000

28 888

44,11

Loango, Akaka (jeweils eine Nacht)

GRATIS

GRATIS

GRATIS

Steuer für Nationalpark

10 000/Person

10 000

15,27

 

 

Elefanten Popo

- Elefanten Popo zum Schluss - 



 

 

 

Silvester unter Palmen

01Jan2016

Frohes Neues Jahr!

Unglaublich, wie schnell doch dieses Jahr mal wieder vorübergangen ist und wie viel ich während dessen erleben durfte. Sieben Monate sind rum und ich schon fast wieder auf dem Weg nach Hause..

 Feuerwerk

- Frohes Neues! -

Doch genug von etwaigen Rück- oder Vorausblicken, ich wollte euch von meinem Silvester unter Palmen erzählen. Zur Feier des neuen Jahres haben wir Studenten uns nämlich was großes vorgenommen gehabt: Ferien auf Point Denis, einer Landzunge in der Nähe der Hauptstadt und dem absoluten Wochenend-Paradies für all die Reichen in Libreville.

Wie sich das Studenten leisten können? – Genau das habe ich mich zu Anfang auch gefragt.
Tatsächlich war der Trip aber mal zur Abwechslung um einiges günstiger, als ich gedacht hätte (Aufschlüsselung für Interessierte wieder am Ende). Ein ganz großes Dankeschön geht dabei ohne Frage an die Organisatoren des Trips – ihr habt echt super Arbeit geleistet! Es geht nämlich wirklich nichts ohne Beziehungen und Bekanntschaften; der Bus, der uns vom CERMEL bis direkt an den Hafen gefahren hat, hatte uns schon nach der Adventsfeier aufgegabelt und geistesgegenwärtig hatte jemand die Nummer des Fahrers erfragt. Ähnliches auch bei der Unterkunft und dem Boot, das uns nach Point Denis gebracht hat. Dank vorheriger Kontakte konnte eine private Fahrt nach unseren Zeitwünschen organisiert und eine bezahlbare Unterkunft mit Camping-Option gefunden werden.

Bootfahren!

- Die Bootfahrt - 

Für mich blieb da nicht mehr allzu viel zu tun, was ich gerade auf Grund meiner Arbeitslast nicht gerade schlecht finde. Einzig eine Mahlzeit musste von meinem ‚Team‘, bestehend aus mir und meiner Mitbewohnerin, für alle Mitreisende organisiert und Getränke für den Eigenverzehr gekauft werden. Die Essenspolitik war nämlich von vornherein ziemlich einfach: Jedes Team kocht eine Mahlzeit (Frühstück oder Abendessen) und beteiligt sich somit am körperlichen Wohl aller. Relativ einfach, aber wirklich genial: Auf diese Weise war jedes Essen mit besonders viel Mühe vorbereitet und etwaige Überbleibsel konnten zum Mittag verzehrt werden.

Gemeinsames Frühstück

- Gemeinsames Frühstück -

 

Aber nun chronologisch: Am Morgen des 30. Dezember klingelte mein Wecker bereits um 5:15 – ich wollte mich immerhin noch einmal kurz vor der Abfahrt, die um 6:00 geplant war, duschen und meinen Rucksack fertig packen (JA, ich bin immer noch ein last minute Packer). Pünktlich um 5:59 standen meine Reisegenossen und ich also am abgemachten Ort – ohne Fahrer. Natürlich. Mal wieder hatte ich vergessen, in welchem Land wir doch noch immer sind und dass die Leute hier nicht wirklich daran gewohnt sich, pünktlich zu sein. Da unser Fahrer jedoch nur 27 Minuten zu spät eingetroffen ist, will ich mich hier nicht groß beschweren (Verspätungen von mehr als 2 Stunden sind keine Seltenheit). Immerhin kamen wir Dank der magischen Worte „Das sind Doktoren aus dem Schweitzer Hospital“ mit nur einer einzigen Pass Kontrolle in Libreville an, wo wir von unserem Bus direkt am Hafen abgeladen wurden.

Aktiv am Strand

- Aktiv am Strand -

Einige Minuten später trudelten auch die restlichen meiner Gefährten ein, die bereits einen Tag zuvor in Libreville angekommen waren und einen Großeinkauf im Mbolo, dem Mega-Supermarkt schlechthin, getätigt haben. Voll bepackt ging es auch fast direkt auf zum Boot – die Agentur hatte überraschender Weise keinerlei Probleme mit zu-früh ankommender Kundschaft. Keine 20 Minuten mit dem Boot und schon waren wir im Paradies angekommen: Sandstrand, Palmen und Privatvillen soweit das Auge reicht. Kaum hatte unser Boot angelegt, wurden wir von Adam und Eva – welche uns gut bekannt waren aber Dank 2 Tagen auf ‚der Insel‘ bereits gut an Farbe gewonnen hatten und mit kaum mehr als Badesachen bekleidet waren – zu unserer Unterkunft geleitet; Chez Felix entpuppte sich als eine eher simple, kleine Unterkunft in dritter Reihe mit unheimlich lieben Besitzern.

Nachdem die Zelte unter den wenigen Bäumen (keine Kokosnuss, keine Angst) zum Schutz vor der sengenden Morgensonne aufgebaut waren, hielt uns kaum noch was in unserer Unterkunft. Die restlichen Tage– bis auf den Silvesterabend natürlich – können relativ schnell und einfach zusammengefasst werden: Viel am Strand liegen, im Wasser liegen, Schwimmen, Ball/Frisbie/Volleyball im Wasser und an Land, Karten- und Abstraktionsspiele im Schatten, Nachmittagsspaziergänge und exzessives Eincremen mit Lichtschutzfaktor 50+. Zu meinem Erstaunen habe ich tatsächlich keinen Sonnenbrand bekommen, sondern sogar ein wenig an Bräune gewonnen – Wuhu!

Silverster Abend

- Silvester Abend Impressionen - 

Silvester Abend

- Silvester Abend Impressionen - 

Silvester Abend

- Silvester Abend Impressionen - 

Silvester Abend

Der Neujahrstag wurde dementsprechend langsam angegangen – ich zum Beispiel war erst nach 5 Uhr im Zelt, wobei schon ab 9 Uhr die Temperatur im Zelt unerträglich wurde. Da uns netter Weise die Eltern einer Mitreisenden einen Brunch mit Pfannkuchen und Speck-Rühreiern bereiteten, war der Schlafmangel nicht einmal so schlimm wie vermutet und konnte später am Strand auskuriert werden. Doch zum Glück waren wir abends wieder fit genug, um uns einmal ungesört den Himmel ansehen zu können: Sternschnuppen Nacht!

Wenn allmeine Wünsche in Erfüllung gehen, wird das sicherlich ein gutes Jahr :)

Nach dem Neujahrsbaden

- Nach dem Neujahrs-Baden - 

 

 

 

 

Der Trip – Die Preise

Was

Wieviel

Transport CERMEL – Hafen Libreville

8000  / 12,21 Euro

Boot Hafen Libreville – Point Denis (hin und zurück)

15000 / 22,90 Euro

4 Tage Übernachtung Camping, inclusive Küchen-/Badbenutzung, Gemeinschaftsraum, ‚Campingraum‘ und Trinkgeld für die Organisatorin

10000 / 15,26 Euro

Transport Hafen Libreville – CERMEL mit Zwischenstopps

9000 / 13,74 Euro

 

*Zu der Schildkröten Geschichte: Hört sich erst mal sehr beeindruckend an, war es auch wirklich. Diese Tiere sind einfach nur unglaublich schön und eine ca. 2 Meter lange Schildkröte beim Eier ablegen beobachten zu dürfen ist sicherlich ein wahnsinniges Erlebnis. Leider wurde diese „Tour“ zu einem schlimmen Reinfall, da die Guides – unserer Meinung nach – jede der vorher besprochenen Richtlinien im Umgang mit diesen Tieren missachtet haben und unser Erlebnis somit ziemlich getrübt wurde..

Die Schildkröte

- Bild aufgenommen ohne Blitz - 

Deswegen mein Aufruf an alle, die an sowas interessiert sind: fasst diese Tiere nicht an, leuchtet nicht mit euren Taschenlampen/Fotos und haltet sie nicht davon zurück, ins Meer zurück zu kehren - kurz: lasst sie ihre Arbeit tun und dann nach Hause gehen. Diese Tiere haben es nämlich so schon schwer genug und das Überleben der meisten Arten steht auf Messerschneide.

Weihnachten unter Freunden

25Dez2015

Unglaublich aber wahr- Weihnachten ist schon wieder rum und das Jahr so gut wie vorbei. Natürlich geht die Zeit immer relativ schnell vorbei, jedoch ist die Situation dieses Jahr eine komplett andere: Nicht nur fehlte alles, was ich mit der Vorweihnachtszeit verbinden würde (von Weichnachtsdekoration bis hin zum sich immer wiederholenden ‚Last Christmas‘ im Radio), sondern auch das Wechseln der Jahreszeiten.

 

Zugegeben, wir haben uns wirklich große Mühe gegeben zumindest etwas Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, viel geholfen hat das aber nicht. Weihnachten bedeutet für mich noch immer Winter und Winter ist kalt. Bei tropischen Temperaturen kommt auch mit Lebkuchen (danke Mama!), ‚Last Christmas‘ und ‚Let it snow‘ nicht sonderlich viel Stimmung auf.

 

Wahrscheinlich ist das Fehlen der Weihnachtsstimmung gar nicht schlimm, denn so vermisst man an den Feiertagen die Familie nicht so sehr wie man es sonst vielleicht tun würde. So haben wir uns einen wunderschönen Heilig Abend unter Freunden gegönnt, über den ich euch noch kurz berichten möchte.

 

Zu allererst: Natürlich war auch hier der 24te erst ab 12 Uhr frei. Deswegen hatte mein Haus schon am Tag zuvor ein wenig ‚Eiswein‘ – eine neue Kreation von uns, sozusagen Glühwein ohne das ‚Glüh‘-  vorbereitet und über Nacht ziehen lassen. Nachdem ich das Labor um kurz nach 12 Uhr verlassen hatte blieb nur noch unser Beitrag zum Weihnachtsessen zu kochen: Coq au Vin. Glücklicherweise hört sich das komplizierter an als es ist, weswegen der größte Teil der Arbeit das Schneiden von ca. 15 Zwiebeln war (wobei ich mal wieder sehr viele Tränen vergossen habe). Abgesehen vom Kochen mussten wir aber auch noch unseren halben Hausrat durch die Gegend tragen: Unser Haus ist nämlich mit Abstand am besten ausgestattet und gerade solche Dinge wie Stühle und Geschirr/Besteck waren in unserer Party Location rar.

Auch nicht zu vergessen: unsere kleine WG-Bescherung. Nach einem kleinen Mittagessen wurden nämlich unsere Geschenke ausgepackt und was soll ich sagen, meine Leute sind einfach die Besten. Da ich in der letzten Zeit eine gewisse Freude am Zerhacken von Holz für den Ofen und Kokosnüssen gezeigt habe (unsere Axt jedoch langsam aber sicher auseinanderfällt) hat mir das Christkind einen Ersatz gebracht - und was für einen!

Bestes Weihnachtsgeschenk EVER

- Die Weihnachts-Axt - 

Das alles vorbereitet blieb nur noch eins: Dekoration. Da unser Adventskalender schon für Weihnachtskugeln und Girlanden gesorgt hatte, brauchten wir nur noch einen Baum plus Ständer. Gesagt, getan: Einer der Bäume in unserem Vorgarten hatte einen Ableger in genau der richtigen Größe für einen wunderhübschen, kleinen Weihnachtsbaum – auch wenn der Mangel an Nadeln zuerst den ein oder anderen Zweifel hat aufkommen lassen. Kurzerhand wurde also dieser Ableger abgehackt und mit Hilfe von einigen Litern Wasser größtenteils ameisenfrei gemacht. Auch eine kleine Konstruktion aus Bambus war schnell angefertigt, um  den Baum zu halten.

 Der Weihnachtsbaum

- Die Weihnachtspalme - 

Am Abend dann kam nach der Vorspeise, welche den weiten Weg von Frankreich hinter sich hatte, der große Moment auf den sich alle gefreut hatten: Die Secret Santa (=Wichtel) Geschenke wurden verteilt. Zum Zwecke der Anonymität waren diese dabei in Bananenblätter eingewickelt und wurden nach dem Zufallsprinzip von einem Weihnachtsengel verteilt. Mein Wichtel bedachte mich hierbei mit einer Flasche Sekt, Moskito-Spiralen, Süßkram und einem Mäppchen aus Pagne.

 Weihnachtliches Singen

- Weihnachts Singen -

 

Nachdem alle Geschenke verteilt und entpackt waren, wurde noch ein wenig weihnachtlich gesungen und gleich darauf das Hauptgericht serviert. Traditionell wurde dieser abgelöst vom Dessert und den altbekannten ‚ich kann nicht mehr, ich bin so voll‘-Klagen der Anwesenden.

 

Das Essen mit Freunden

- Das Essen mit Freunden - 

Advent, Advent – die Zweite: Sinterklaas

05Dez2015

Natürlich haben wir auch diese Woche haben wir uns wieder auf Weihnachten eingestimmt. Dieses Mal jedoch mit einer holländischen Tradition, eingeführt und erklärt von unserer Vollblut-Spanierin.

Da der Nikolaus –oder korrekter Weise Sinterklaas- in den Niederlanden bereits am Abend des 5. Dezembers die Kinder besucht, wurde auch unser Treffen auf den Samstagabend gelegt. Neben den bereits erwähnten Plätzchen vom Ersten Advent und dem allseits beliebten Glühwein gab es dieses Mal ein Sinterklaas-Grillen, was weniger mit Tradition als mit persönlichem Geschmack zu tun hatte. Als Beilagen diente gemischter Salat, Nudelsalat und einige unheimlich leckere Dips für frisches Brot.

  Der gut gedeckte Tisch

- Das Essen ist fertig! - 

   

Doch erst nach dem gemeinsamen Essen wurde der richtige Sinterklaas praktiziert: jeder von uns hatte mindestens zwei Geschenke – ein sehr gutes und ein eher fragwürdiges – mitgebracht und gut verpackt auf dem Tisch platziert. Diese wurden nun mit Hilfe eines Würfels auf die Anwesenden verteilt, wobei verschiedene Augenzahlen auch zu Aktionen wie dem Verschieben von Geschenken oder gar zu Diebstahl führen konnten. Ein jedes Geschenk war dabei mit einer kleinen Botschaft versehen, durch die ein Erraten des Inhalts teilweise möglich war, meist jedoch nur für sehr große Verwirrung gesorgt hat. So wurde zum Beispiel „Cermels größter Schatz“ gemeinsam mit der „besten Erfindung des deutschen Schwimmteams, über das keine Frau spricht“ (Auflösung siehe Ende des Tests) herumgereicht und hart umkämpft.

 Die Regeln und ersten Geschenke für Sinterklaas

- Die Regeln - 

Nachdem alle Geschenke verteilt waren, wurden die Geheimnisse langsam gelüftet: neben den Verschiebungen und Diebstählen war jetzt auch das Entpacken von Gegenständen erlaubt. Natürlich waren einige Geschenke, wie das Fresspacket bestehend aus Parmesan-Käse, deutschen Würstchen und Studentenfutter das beliebteste von allen. Andere Dinge, wie eine alte Sicherheitsbrille („Alices Vermächtnis“) oder ein Duschvorhang („not pretty, but usefull“) wurden dagegen freudig bei der ersten Gelegenheit wieder abgegeben.

Jeder bekommt Geschenke!

- Geschenke für alle! -

 

Nachdem die vorher vereinbarte Stunde der zweiten Runde vergangen war, hieß es: Jeder darf das Geschenk behalten, das er gerade vor sich hat. Das hieß für mich eine Flasche Gin und einen grünen Nagellack, den ich glücklicherweise nach dem Spiel gegen einige andere, nützlichere Kleinigkeiten habe tauschen können. Außerdem konnte meine WG den Gewinn eines Zwiebelschneiders und einiger Sonnenblumenkerne für das nächste Brotbacken verzeichnen.

 Was da wohl drin ist?

- Was mag hier wohl drin sein? - 

 

Wenn wir schon von Brot reden: Ich habe euch da einen sehr schönen Abend unterschlagen. Letzten Donnerstag gab es in meinem Haus nämlich eine echte Bayrische Brotzeit. Mit „echt“ meine ich dabei, dass wir sechs verschiedene Käse- und zwei Salamisorten genießen konnten. Dazu wurde ein frisch gebackenes Bierbrot mit verschiedenen Saaten (Kümmel, Sesam, Chia) gereicht, welches noch warm mit einer frischen Kräuter-Knoblauch-Butter bestrichen noch köstlicher war. Kleinere Kleinigkeiten wie getrocknete Datteln und Senfgurken sind da kaum noch der Rede wert.

Nach solchen Erzählungen fühle ich mich doch etwas genötigt, eine kleine Erklärung abzugeben: Ja, ich bin noch immer in Gabun und nein, das ist hier nicht normal. Tatsächlich ist die Beschaffung von Käse in Lambaréné eine Art Mission Impossible. Diese Brotzeit haben wir hauptsächlich einer amerikanisch-bayrischen Verrückten zu verdanken, die erst vor kurzem in der Hauptstadt die Möglichkeit für einen ganz besonderen wahrgenommen Großeinkauf hatte.

 

Richtig geraten - Cermels größter Schatz!

- So sehr kann man sich über Cermels größten Schatz freuen - 

Auflösung:
„Cermels größter Schatz“ = ein blauer Kuli
„besten Erfindung des deutschen Schwimmteams, über das keine Frau spricht“ = ein Kosmetiktäschchen voller mehr oder minder nützlicher Dinge, inklusive unzähliger Tampons

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